Ausstellungen und Museumshafen

Gordon Rohde 27 Jan , 2021

Ausstellungen und Museumshafen

Von der manuellen Fertigung in den 1890er Jahren bis zur maschinellen Produktion. Bestaunen Sie im Ziegeleipark alle drei Epochen der Industrialisierung. Spannende Ausstellungen an Originalstätten zu den Themen Industriekultur und Technik geben einen Einblick in die Entwicklung der Ziegelindustrie in der Region.

Zehdenicker Ziegeleirevier - das grösste Europas

Können Sie sich vorstellen, dass diese grüne Landschaft einst von rauchenden Schloten, ratternden Feldbahnen und dampfenden Baggern geprägt war?
1887 wurde beim Bau einer Eisenbahnbrücke „versehentlich“ Ton gefunden. In nur wenigen Jahren entwickelte sich die Region zum größten Ziegeleirevier Europas. Die verschiedenen Ausstellungen im Ziegeleipark in den original erhaltenen Gebäuden und Werkshallen erzählen die Geschichte von den Gründerzeiten der 1890er Jahre bis hin zur Schließung des letzten Ziegeleiwerks im Jahr 1990.

Zehdenicker Ziegeleirevier

Museumshafen

Der Ausbau der Havel-Wasserstraße im letzten Jahrhundert bot für die Zehdenicker Ziegeleien optimale Bedingungen. Jede Ziegelei besaß einen Werkshafen oder eine Spundwand an der Havel. Über ein Jahrhundert wurde fast die gesamte Ziegelproduktion per Schiff transportiert und deshalb sagt man heute noch „Berlin ist aus dem Kahn gebaut“. Im Museumshafen des Ziegeleiparks liegt heute noch der originale Finow-Maßkahn und das Museumsschiff Carola aus Zehdenick ist während des „Märkischen Dampfspektakels“ und zur „Faszination Technik“ ein promineter Gast in Mildenberg.

Blick vom Museumshafen zum Eingang

Multimediale Ausstellungen im Ringofen III "Bausteine für Berlin"

Gehen Sie dem Sprichwort “Berlin ist aus dem Kahn erbaut” auf die Spur. Gleich zwei Ausstellung bekommt man hier zu sehen: Im ehemaligen Brennkanal erfährst du warum man sagt, dass Berlin aus dem Kahn erbaut wurde und wie hart die Arbeit auf Ziegelei war. Durch alte Dokumente und modernste Technik erleben Sie die Geschichte der Zehdenicker Ziegelindustrie von 1890 bis 1960 im Zeitraffer.

Bausteine für Berlin

Eindrucksvolle Ausstellungen im Ringofen III zu Friedrich Hoffmann

Mit der Erfindung des Ringofens war es möglich, das Baumaterial für das aufstrebende Berlin massenhaft und kontinuierlich zu produzieren. Die Ausstellung finden Sie auf der Brennerbühne des Ringofen III.

Auf der Ehemaligen Brennerbühne dreht sich alles rund um das Leben des Berliner Baumeisters Friedrich Hoffmann und seine bahnbrechende Erfindung. 1858 meldete er das Patent für den “Ringofen” an. Damit begann die Industrialisierung der Ziegelherstellung. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von dieser bahnbrechenden Erfindung!

Ringofen III Friedrich Hoffmann

Maschinenziegelei "Werktätige im VEB"

Erleben Sie in einer multimedialen Inszenierung, wie hart die Arbeit im „Volkseigenen Betrieb“ zu Zeiten der DDR war.

Dazu kommen Geschichten und Anekdoten von ehemaligen Ziegeleiarbeitern, die bleibende Spuren hinterlassen. Neben Ton- und Lichtinstallationen bietet der Rundgang durch die Ausstellung ein besonderes Highlight für Jung und Alt: Jeder Besucher kann mit einem leuchtenden Ziegel in der Hand durch einen Brennkanal des Ringofens wandern, dabei ändert sich je nach Brenntemperatur die Farbe des Ziegels.

 
Werktätige im VEB

Alte Werkstätten

Typisch für jede Ziegelei waren eigene Werkstätten für diverse Aufgaben. Hier, im Ziegeleipark, bestehen die „Alten Werkstätten“ aus Schmiede, Schlosserei und Stellmacherei. Das Besondere an den Alten Werkstätten im Ziegeleipark ist der Antrieb fast aller Maschinen über Transmission. Somit konnten viele Maschinen durch nur eine Dampfmaschine über Riemen und Wellen angetrieben werden.

Alte Werkstätten_Stellmacherein_1

Alte Aufbereitung

In der Alten Aufbereitung wurde der Ton mit Zuschlagstoffen vermengt und zu einer homogenen Masse geformt. So konnten im Anschluss aus dieser Masse Ziegel gestrichen werden. Die vorliegende Aufbereitung war mit 12 Tonschneidern (so wurden die Maschinen, welche die Zuschlagstoffe untermengten, genannt) die absolut größte der Region. In der Broschüre „Streifzüge – Gründerzeiten. Wie ein Ziegelstein entsteht…“ erfahren Sie alles Wissenswerte über die Ziegelherstellung und so auch über die „Alte Aufbereitung“.

Alte Aufbereitung

Zieglerkaserne "auf ziegelei"

Zu Boomzeiten arbeiteten mehr als 5.000 Menschen im Zehdenicker Revier. Insbesondere Wanderarbeiter vertreten hier die Mehrheit. Erfahren Sie mehr über das Leben der Ziegler in dieser Ausstellung. Thema ist nicht nur die Arbeit. Auch Feiern konnten die Ziegler, egal ob beim jährlichen „Zieglerball“ oder in der alten „Zieglerklause“. Diese Ausstellung befindet sich sogar in einer ehemaligen Zieglerkaserne, der früheren Unterkunft der Arbeiter. In der Ausstellung „Zehdenicker Ziegeleirevier“ wird zusätzlich die Kulturgeschichte der Region anschaulich erzählt.

Zieglerkaserne

„Impressionen – Unterwegs in Brandenburg und Berlin“
Fotografie-Ausstellung von Kerstin Wüstenhöfer

Die Ausstellung legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf den Landkreis Oberhavel. Zu sehen sind vor allem romantische Landschaftsaufnahmen. In ihnen verbindet sich Schönheit mit Morbidität, Leichtigkeit und Freude an der Natur mit Melancholie. Die Farben, Lichtverhältnisse und Strukturen am Wasser und im Wald werden zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten eingefangen. Brücken führen ins Nichts oder geben den Blick in den Himmel frei. Die Natur erobert sich Teile der Zivilisation zurück. Kontrastierend wechseln bei den Stadtansichten von Berlin kühle und impulsive Stimmungen einander ab. Kerstin Wüstenhöfer präsentiert in dieser Auswahl ihrer Fotografien die Reisen vom Süden der Hauptstadt in den Norden, quer durch Brandenburg und Berlin. Wie ihre Malerei zeugt auch die Fotografie der Künstlerin von starker Emotionalität.

Die Ausstellung in der Galerie Kugelmühle ist ab sofort bis zum Saisonende am 31. Oktober für alle Besucher des Ziegeleiparks von 10 bis 18 Uhr zugänglich.

Zivilisation ohne Draht ? Undenkbar !
Ausstellung "Zur Geschichte des Drahtseils"

Vom Drahtseil einer modernen Hängebrücke über die Kugel im Radlager, das Heizelement im Bügeleisen, das hunderte Kilometer lange Überseekabel bis hin zur Klammer am Teebeutel – Draht, wohin man schaut. Der oft unscheinbar wirkende Werkstoff hatte immer eine Schlüsselfunktion für den technischen Fortschritt.

Das Bergbaumuseum Příbram (Tschechische Republik)) erstellte zu diesem Thema eine zweisprachige Ausstellung, die gleichzeitig auch als Wanderausstellung fungiert. Sie wurde ein Renner und war bereits in verschiedensten Einrichtungen in Deutschland und in der Slowakei zu sehen. Nun macht die Ausstellung ab dem 3. Juli 2021 halt im Ziegeleipark in der Alten Aufbereitung

Die Ausstellung ist bis zum 19.10.2021 bei uns zu sehen.

Veranstaltungskalender Drahtseil